Evangelisch Reformierte Kirchgemeinde Mitlödi

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besinnung maria lichtmess 2022 02Besinnung Maria Lichtmess 2022

Zu hören als Podcast unter Besinnung Maria Lichtmess

Ref. Kirche Mitlödi, Februar 2022

Über dir geht auf der Herr und
seine Herrlichkeit erscheint über dir.
Der Friede Gottes sei mit uns allen. Amen

Wir sehen auf dem Bild Maria. Sie bringt Christus, ihren
Sohn, in den Tempel von Jerusalem. Und er wird von
dem greisen Simeon willkommen geheissen mit dem
Wort: „Meine Augen haben das Heil, seine Herrlichkeit,
sein Licht, gesehen, das du vor allen Völkern bereitest
hast“.
Herzlich willkommen zu unserer Besinnung zum letzten
Sonntag nach Epiphanias. Nach dem Kirchenjahr war bis
zum 30. Januar immer noch die Weihnachtszeit – dem
Erscheinungsfest, das Fest der gesuchten und gefunde-
nen Herrlichkeit Gottes. Mit diesem letzten Sonntag nach Epiphanias endet die Weihnachtszeit.
Der Blick geht noch einmal zurück auf das Licht, das aus dem Stall zu Bethlehem hervor-
leuchtet. Zugleich blickt dieser Sonntag schon voraus, hin zum kurzen Weg Jesu durch die
Welt, der in die Passionszeit mündet, auf Karfreitag und Ostern.

Sicher fragen Sie sich: Ja, wann endet denn nun die Weihnachtszeit ? Es ist längst wieder der
Alltag da ohne den Glanz des Festes.
Früher, als die christlichen Traditionen noch fest(er) verankert waren, endete die Weihnachts-
zeit am 2. Februar, an einem Festtag, der Lichtmess heisst. Wenn man nachrechnet: genau 40
Tage nach Weihnachten. Damit hat es natürlich etwas auf sich: Jüdische Frauen zur Zeit Jesu
galten nämlich nach der Geburt eines Knaben 40 Tage als „unrein“. Nach 40 Tagen also war
Maria, die Mutter Jesu, wieder „rein“ und brachte ihren Sohn in den Tempel, wo er „darge-
stellt“ wurde. Der erstgeborene Sohn gehörte damals Gott und wurde durch ein religiöses
Ritual, eben „Darstellung“ genannt, sozusagen von Gott für die Welt zurückerworben. Die be-
hütete Zeit des Kindes war damals mit diesen 40 Tagen vorbei, es trat nach aussen ins gesell-
schaftliche Leben; für Jesus kann man sagen: er trat seinen Wanderweg an, und damit auch
seine Passion. So sagt es uns auch der Übergang von der Weihnachtszeit in die Passionszeit.
Die fünf Sonntage dazwischen sind dem kurzen und dem sehr ereignisreichen Wirken Jesu auf
dem Weg hinauf nach Jerusalem gewidmet. Das alles hat eine Struktur, die eigentlich bedacht
und mitgelebt werden will, möchte man das Ganze in seinem Zusammenhang erfassen.
Neben dem Bezug zum Kirchenjahr hat Lichtmess noch ein historisch interessante Brauch-
tumsseiten. Zu dieser Zeit konnte die Landwirtschaft wieder beginnen, es war eine Stunde
länger hell als im späten Dezember. Knechte und Mägde bekamen Lohn ausgezahlt und oft
sogar ein paar neue Schuhe, denn es geht auf neue Wege, der nächste Abschnitt des Lebens
tritt jetzt ein. Die Tage werden heller, die Arbeit anstrengender.

Lasst uns beten: Auch wenn wir so vieles an dir nicht verstehen, Gott, Schöpfer Himmels und
der Erden: du bist mitten hineingekommen in unsere Welt. Deine Herrlichkeit ist uns erschienen.
Aber wir spüren das oft nicht, und es fällt uns schwer, zu glauben. Gott, gib uns Augen, die dich
sehen, Ohren, die dich hören, Hände, die dir helfen und Herzen, die sich über dich freuen.
Nichts ist verloren, nichts kann verloren gehen in dir. Darauf lass uns vertrauen. Gott, dein
Name ist: „Ich gebe nicht auf. Ich suche euch und schenke euch Zukunft und Hoffnung. Ich
werde da sein, wenn ihr mich braucht.“ Amen

Jesus wird in diesem Lied als Morgenstern betrachtet:
Wie schön leuchtet der Morgenstern, voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn, aus Juda aufge-
gangen. O guter Hirte, Davids Sohn, mein König auf dem Gnadenthron, hast mir mein Herz um-
fangen. Lieblich, freundlich, schön und prächtig, gross und mächtig, reich an Gaben, hoch und
wunderbar erhaben.
Von Gott kommt mir ein Freudenlicht, wenn mich dein heilig Angesicht mit Freundlichkeit an-
blicket. Herr Jesu, du mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich
erquicket. Nimm mich freundlich in die Arme, Herr, erbarme dich in Gnaden. Auf dein Wort komm
ich geladen.

Impuls: Jesus wird von dem greisen Simeon willkommen geheissen, und er sagt zuletzt:
Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine
Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitest hast. ( Lk.2, 25 - 32 )
Der Lobgesang des Simeon ist Höhepunkt und Abschluss der Weihnachtsgeschichte. Diese
Worte sind wie ein Lied, haben eine herausragende Stellung im Beten der Kirche, denn im
Beten jenes Liedes geschieht jedesmal ein kleiner Abschied vom Leben, vom Tag, der nicht
mehr wiederkehren wird und dessen Licht unwiderbringlich erloschen ist. Es ist aber kein weh-
mütiger Abschied. Ganz im Gegenteil. Wir nehmen uns den alten Simeon zum Vorbild für ein
Leben, in dem wir versöhnt und dankbar auf das zurückblicken können, was war.
Wir können dieses kleine Lied jeden Abend singen und beten und auf den vergangenen Tag
zurückblicken. Oder wir singen es am Ende unseres Lebens, wenn wir auf den Weg schauen,
den Gott mit uns gegangen ist. Es ist gut, dass wir dann im Reinen sind mit uns und den ande-
ren Menschen, dass wir unseren Frieden mit Gott und unserem Leben gemacht haben; gewiss
im Glauben, dass auch wir das Heil sehen dürfen, dass Gott uns bereit hält. Vielleicht so, dass
wir in unserem Glauben die Gewissheit finden können, dass Gott mit uns geht und Gott es am
Ende gut mit uns gemeint hat und so unser Leben vollenden wird.
Aber nicht nur auf unserer letzten Etappe unseres Weges wird Gott uns führen. Er hat das in
Treue und Beharrlichkeit unser ganzes Leben lang getan. Am Tag unserer Taufe hat er es uns
zugesagt und versprochen: Fürchte dich nicht, ich habe dich erlöst: Ich habe dich bei deinem
Namen gerufen. Du bist mein. Diese Zusage ist jenes Licht in Jesus, das uns führt uns leitet.
Oft wird dieses Licht durch den Alltag mit seinen Lasten und Pflichten zugedeckt. Und manche
Lebensnot hat uns gewiss auch mal zweifeln lassen, ob Gott zu seinem Versprechen auch
wirklich steht. Aber dann sind wir wieder aufgebrochen und konnten durch unsere Not, unseren
Kummer, unseren Schmerz hindurch vielleicht erfahren: da ist ein guter Hirte mit uns auf unse-
rem Lebensweg unterwegs. Er hält etwas von uns, er sorgt sich um uns.
Zwischen zwei Polen verläuft also unser Leben. Dem JA Gottes am Anfang entspricht das JA
am Ende unseres Lebens. Gottes Licht, am Anfang uns geschenkt, wird dann zum vollen Licht-
glanz seines Himmlischen Reiches. Gott vollendet dann sein Hirtesein. Was er begonnen hat,
mündet bei ihm ein, denn Gott ist die Antwort auf unser Suchen, auf unser Hoffen und auf unser
Vertrauen. Wenn Simeon singt: Meine Augen haben das Heil gesehen, meint er nichts anderes.

Der kleine Jesus, den Simeon sieht, wird einst gekreuzigt werden und durch den Tod hindurch
in ein neues Leben gehen; nicht als spektakuläres Wunder, sondern als heilvolle Verheissung
an uns Menschen, dass auch unser Leben im Tod nicht endet, sondern heilvoll bei Gott weiter-
geht. So dürfen wir voll Zuversicht sein, dass wir tatsächlich das Heil schauen werden. Ein
Licht, wie der alte Simeon weiter singt, das unser Leben schon jetzt erleuchtet, wo Güte und
Liebe ist, und einst in aller Herrlichkeit aufscheint. Amen.

Lasst uns beten: Unbegreiflicher, ferner und naher Gott, Anfang und Ende von allem, was lebt:
Lass uns erkennen, wo wir dein zugewandtes Angesicht entdecken, wo wir dir begegnen als
dem Freund, dem Helfer in der Not, dem Tröster in all unserem Schmerz. Lass uns in allem,
was wir dir sagen, dein Angesicht sehen, das du uns in Jesus gezeigt hast. Damit wir jeden Tag
neu aufbrechen können, ermutigt, gestärkt, erfrischt mit Jesus an unserer Seite. Amen

Unser Vater im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille
geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute, und vergib
uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern; und führe uns nicht in
Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Gott segne dich und behüte dich. Gott lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir
gnädig. Gott hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden. Amen
Liebe Grüsse, Eure Pfarrerin Almut Neumann (www.ref-mitloedi.ch)

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