Evangelisch Reformierte Kirchgemeinde Mitlödi

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Besinnung: «Was trägt uns in dieser Zeit ?»
März 2020
 
Der Friede Gottes sei mit uns allen. Amen «Ich will euch trösten», sagt Gott, «trösten, wie einen seine Mutter tröstet».

Sie wissen, liebe Leser/innen, was zur Zeit alles abgesagt ist.
Doch lesen Sie, was alles nicht abgesagt ist:
Beziehungen sind nicht abgesagt,
Liebe ist nicht abgesagt,
Schreiben ist nicht abgesagt,
Lesen ist nicht abgesagt,
Aufmerksamkeit ist nicht abgesagt,
Zuwendung ist nicht abgesagt,
Rücksichtnahme ist nicht abgesagt,
Musik ist nicht abgesagt,
Spielen ist nicht abgesagt,
Kreativ sein ist nicht abgesagt,
Gespräche (auf Distanz) sind nicht abgesagt
Telefonieren ist nicht abgesagt,
Malen ist nicht abgesagt,
Hoffen ist nicht abgesagt,
Humor ist nicht abgesagt,
Kirchenglocken sind nicht abgesagt,
Beten ist nicht abgesagt,
Gott ist nicht abgesagt,
Raum der Stille in der Kirche ist nicht abgesagt,
Kerzen anzünden ist nicht abgesagt.
Der Beter aus dem Psalm 46, 2 macht uns Mut mit den Worten: Gott ist unsere Zuversicht und Stärke,
eine Hilfe in den grossen Nöten, die uns getroffen haben. Amen


Was trägt uns in der Zeit, gerade in der Zeit der Pandemie ?

Ist es der Garten, der jetzt langsam erblüht, die endlich wieder zwitschernden Vögel am frühen Morgen, der Blick auf die wunderbare Natur oder Sport, Bewegung, vielleicht Tischtennis; sind es die vielen Möglichkeiten, immer wieder etwas zu lernen; ist es unsere Lieblingsmusik, ein spannender oder ein berührender Spielfilm, ein lustiger Text, ein lieber Gruss, die Familie oder Freunde, die an uns denken, die etwas mit uns unternehmen oder uns am besten verstehen ?
Oder wir suchen gezielt die Zurückgezogenheit ohne Handy, ohne Telefon; nutzen die Zeit für Erholung an Leib und Seele. Oder ist es unser Grundvertrauen, das uns Hoffnung macht, dass wieder Gewissheit und Normalität in unser Leben treten wird, vielleicht mit neuen Idee und Vorsätzen ?

All das ist ja Sinnbild für ein «Alles wird gut».
Uns ist klar, es gibt schlimme Konflikte, Gewalt, böse Worte. Ja, die Welt und das Leben machen unruhig. Aber es ändert nichts an unserer Sehnsucht, die immer bleibt; ändert nichts an unserem Heimweh nach diesem: «Alles wird gut».

Zu allen Zeiten wird es Menschen geben, die diesen Ort im Glauben finden.
«Ich will euch trösten», sagt Gott, «trösten, wie einen seine Mutter tröstet». Das ist eine Einladung zum «Alles wird gut». «Wohl denen», betet der Beter von Psalm 84, «wohl denen, die in deinem Hause wohnen, Gott, denn dort sind sie zuhause wie der Vogel im Nest.»

Manchmal ahnen Menschen wie brüchig ihre eigenen Häuser und alle ihre Lebenspläne sind, und spüren ihr Heimweh, das mehr ist als Nachhause kommen wollen. Dann ist es oft eine Hilfe, sich an Gott zu wenden wie an die Mutter, die tröstet. Wer zu Gott betet, hofft auf ein «Alles wird gut». Gut, wer dies vermag. Amen

Wir beten in gemeinsamer Solidarität
für die Erkrankten und ihre Angehörigen,
für die im Gesundheitswesen Arbeitenden
und für alle Menschen,
die sich angesichts der aktuellen Lage einsam fühlen.

Mit den Worten von Dietrich Bonhoeffer beten wir:
Von guten Mächten wunderbar geborgen
Erwarten wir getrost was kommen mag
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
Und ganz gewiss an jedem neuen Tag

Wir beten mit allen Christen der Welt das Unser Vater:
Unser Vater im Himmel, geheiligt werde dein Name,
dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern
und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

Lasst Euch segnen:
Gott segne dich und behüte dich.
Gott lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Gott erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. Amen

Liebe Grüsse, Eure Pfarrerin Almut Neumann